Internationale Förderungen und Residencies für Glaskünstler im September 2026
Das Onlinemagazin This Is Colossal listet in seiner monatlichen Ausschreibungsübersicht für September 2026 mindestens sechs Fristen auf, die für die internationale Studioglas-Szene unmittelbar relevant sind — allen voran die 31.

Ausgabe von CraftForms, in deren Medienliste Glas ausdrücklich genannt wird. Für eine Bewegung, die seit den frühen 1960er-Jahren um institutionelle Sichtbarkeit ringt, bleibt jede dieser Plattformen ein Gradmesser dafür, wie weit der Diskurs bereits in die etablierten Häuser des Kunsthandwerks vorgedrungen ist.
CraftForms 2026: Glaskunst im Verbund der Materialien
Das Wayne Art Center im US-Bundesstaat Pennsylvania hat die Einreichungsfrist für seine 31. Internationale Jurierte Ausstellung für zeitgenössisches Kunsthandwerk geöffnet. Wie This Is Colossal berichtet, werden Arbeiten aus insgesamt elf Bereichen angenommen — neben Glas etwa Keramik, Faser, Schmuck, Metall, Papier, Mixed Media und Holz. Auch Werke, die mit CAD/CAM-Technologien oder 3D-Druck-Verfahren entstanden sind, sind zugelassen. Die diesjährigen Juroren Dr. Robert K. Liu und Patrick Benesh-Liu vom Ornament Magazine werden Preisgelder in Höhe von insgesamt über 12.000 US-Dollar vergeben. Die Ausstellung läuft vom 5. Dezember 2026 bis zum 23. Januar 2027, Einreichungsschluss ist der 8. September 2026 um 23:59 Uhr Mountain Daylight Time. Wer hier reüssiert, hat für die eigene Vita ein Referenzdatum in der Hand, das die Formensprache des Studioglases in den Kontext eines breit gefächerten Materialkanons einordnet.
Weitere Fristen im September
Daneben lohnt sich der Blick auf das Hayama Artist Residency Program, das 2020 in Japan ins Leben gerufen wurde und Bildende Künstlerinnen und Künstlern jeder Sparte offensteht. Ausgewählte erhalten Hin- und Rückflug, ein privates Schlafzimmer sowie ein Stipendium von 800 US-Dollar für Verpflegung und lokale Transportmittel. Voraussetzung ist ein Mindestalter von 21 Jahren; die Bewerbungsgebühr liegt bei 95 US-Dollar. Der Aufenthalt dauert vom 1. bis 30. Juni 2027, benachrichtigt wird bis spätestens 15. Dezember 2026. Bewerbungsschluss: 30. September 2026.
Die Innovate Grants vergeben demgegenüber zweimal jährlich zwei Stipendien in Höhe von jeweils 1.800 US-Dollar — eines an eine bildende Künstlerin oder einen Künstler, eines an eine Fotografin oder einen Fotografen. Internationale Bewerbungen sind ausdrücklich zugelassen, alle Rechte an den eingereichten Arbeiten verbleiben bei den Urheberinnen und Urhebern. Weitere 18 Bewerberinnen und Bewerber erhalten ehrenvolle Erwähnungen und werden auf der Website der Initiative vorgestellt. Einreichungsschluss: 17. September 2026, 23:59 Uhr Pacific Daylight Time.
Eher am Rand der Glaswelt angesiedelt, aber für den weiteren Diskurs nicht ohne Belang: die Open Submission Exhibition des Hunt Museum im irischen Limerick (Eintritt 15 Euro für das erste Werk, zuzüglich 15 Euro pro weiterer Einreichung bis maximal drei Arbeiten; Frist 7. September 2026), das Programm Bridging the Gap des Scottish Documentary Institute für Schottland und Nordirland, das aus zwölf ausgewählten Projekten vier vollständige Auftragsproduktionen entwickelt (Frist 9. September 2026), sowie das internationale Kurzfilmfestival Hiding in Plain Site, das am 25. Oktober in Minneapolis uraufgeführt wird und Arbeiten zwischen zwei und 20 Minuten Länge versammelt (Frist 10. September 2026).
Verdichtung und Ausblick
Betrachtet man die zeitliche Ballung — sieben nennenswerte Termine innerhalb eines einzigen Monats —, so zeigt sich, wie gründlich der internationale Förderapparat für Bildende Kunst mittlerweile durchgetaktet ist. Für Glasstudios, die vielfach zwischen freiem Werk und Auftragsarbeit balancieren, empfiehlt es sich, jetzt die eigenen Archive zu sichten: Welche Stücke sind seit der letzten Bewerbung neu entstanden, welche thematischen Reihen ließen sich in einer knappen, präzisen Mapte zusammenführen? Erfahrungsgemäß entscheidet die argumentative Klarheit des Begleittextes ebenso häufig über die Auswahl wie die Qualität des Objekts selbst. Die nächste größere Welle an Ausschreibungen ist erst Anfang 2027 zu erwarten; wer im Herbst 2026 sichtbar bleiben will, sollte den September konsequent nutzen.