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Michael Rearden: Glaskunst zwischen Tradition und Moderne

Wie der Burlington County mitteilt, ist im Historic Smithville Park eine Ausstellung mit aktuellen Arbeiten des Glaskünstlers Michael Rearden eröffnet worden — die erste von drei…

Michael Rearden: Glaskunst zwischen Tradition und Moderne

Figur im Glas – drei Häuser im Spätsommer 2026

Wie der Burlington County mitteilt, ist im Historic Smithville Park eine Ausstellung mit aktuellen Arbeiten des Glaskünstlers Michael Rearden eröffnet worden — die erste von drei Figur-im-Glas-Schauen, die im Spätsommer 2026 zugleich stattfinden. Wir sehen hier drei Häuser auf zwei Kontinenten, die das menschliche Figurenbild in den Mittelpunkt rücken — und das ausgerechnet in einer Phase, in der die 1962 begründete Studio Glass Bewegung sichtbar neue Aktualität gewinnt.

Rearden in Burlington County: Handwerk im Park

Michael Rearden arbeitet mit drei traditionsreichen Verfahren — Bleiverglasung, Folientechnik und Fusionsmethode — und führt damit eine handwerkliche Linie fort, die in der Region New Jersey seit dem 19. Jahrhundert vor allem im sakralen und im Architektur­kontext gepflegt wurde. Bemerkenswert ist der Ort der Ausstellung: Eine öffentliche Park­einrichtung, nicht ein Museum, trägt die Schau — ein deutliches Signal dafür, dass Glaskunst hier bewusst aus den Galerieräumen in den Alltag der Besucherinnen und Besucher geholt werden soll. Betrachtet man den Ort, einen historischen Park, so fügt sich die Schau in ein Muster ein, das Glaskunst aus dem musealen Rahmen heraus auch für ein breiteres Publikum erfahrbar machen will.

"Luminous Bodies" in Fort Wayne: Der kunsthistorische Bogen

Programmatisch deutlich weiter ausholend präsentiert sich die Schau "Luminous Bodies: Figures in Glass" im Fort Wayne Museum of Art. Dem Ausstellungstext zufolge ist die Darstellung des Menschen eines der beständigsten Motive der Kunst­geschichte überhaupt — von den Höhlenmalereien der Altsteinzeit bis zur zeitgenössischen Skulptur, von Macht und Schönheit bis zu Erinnerung, Identität und Moral. Erst die Studio Glass Bewegung von 1962 habe das Material endgültig vom Handwerk zur freien Kunst emanzipiert; seither nutzten Künstlerinnen und Künstler wie Martin Blank, Latchezar Boyadjiev, Robin Grebe, Bertil Vallien und Janusz Andrzej Walentynowicz gerade die formalen Qualitäten von Glas — Transparenz, Fragilität, Lumineszenz — um altvertraute Themen neu zu lesen. Kuratiert wurde die Ausstellung von Brit Micho, Kuratorin für Ausstellungen am Haus; getragen wird sie von einem bemerkenswert breiten Stiftungs­konsortium, darunter die Edward D. and Ione Auer Foundation und die Ardelle and Theresa Glaze Foundation.

Busan und ein Ausblick auf die Saison

Wie die südkoreanische Wirtschafts­zeitung Maeil Business Newspaper unter dem Titel "Othoniel's Glass Works Illuminate Busan, Embracing Love and Wounds" ankündigt, ergänzt eine weitere Präsentation das Tableau: In Busan zeigt der Künstler Othoniel Glasarbeiten, die — so der Titel — Erhellung, Liebe und Wunden zusammendenken. Da uns ausschließlich die Schlagzeile vorliegt, halten wir uns mit weitergehenden Details bewusst zurück.

Wer die Entwicklung der figürlichen Glaskunst weiter im Blick behalten möchte, achtet unseres Erachtens auf drei Indikatoren: erstens darauf, ob die genannten Häuser ihre Programme thematisch verzahnen oder zu einer Wanderausstellung bündeln; zweitens auf die institutionelle Förder­struktur, wie sie in Fort Wayne sichtbar wird — Stiftungen wie die Auer oder die Glaze Foundation sichern dort die programmatische Kontinuität; drittens auf die kuratorischen Stimmen, die in den nächsten Jahren nachrücken, Stichwort Brit Micho. So lässt sich der Bogen von 1962, dem Gründungsjahr der Studio Glass Bewegung, zur Gegenwart als fortlaufende Geschichte institutioneller Akzeptanz lesen.