Artists set to open their doors for Norfolk Studio Tour
26 Künstlerinnen und Künstler, 20 Stationen, fünf Orte zwischen Delhi und Port Dover: Wie der Simcoe Reformer aus Ontario berichtet, kehrt der Norfolk Studio Tour Ende September zurück und öffnet…

26 Künstlerinnen und Künstler, 20 Stationen, fünf Orte zwischen Delhi und Port Dover: Wie der Simcoe Reformer aus Ontario berichtet, kehrt der Norfolk Studio Tour Ende September zurück und öffnet Ateliertüren, die sonst nur Wenigen zugänglich sind. Was als regionales Ereignis in der kanadischen Provinz beginnt, fügt sich nahtlos in eine breitere nordamerikanische Welle offener Atelierwochen – vom Studio Tour SOMA in New Jersey über den Artists Tour an der kalifornischen Küste bis zum Saanich Peninsula Studio Tour auf Vancouver Island. Für alle, die das zeitgenössische Glasleben aus seinen Werkstätten heraus verstehen wollen, lohnt der Blick über die europäischen Grenzen hinaus.
Ein Format mit Geschichte
Das Format der offenen Ateliertage hat in Nordamerika eine längere Tradition, die bis in die 1970er Jahre zurückreicht – eine Epoche, in der viele Kunstschaffende begannen, Werkstatt und Galerie als öffentlichen Raum zusammenzudenken. Der Norfolk Studio Tour ist dafür ein besonders klares Beispiel: Am 26. September (10 bis 17 Uhr) und am 27. September (12 bis 16 Uhr) können Besucherinnen und Besucher Höfe und Häuser in Delhi, Port Rowan, Waterford, Simcoe und Port Dover ansteuern. Insgesamt 26 Kunstschaffende wurden in das jurierte Format aufgenommen – darunter der Bildhauer Jonas Stonkus und die Multi-Media-Künstlerin Jen Lados bei Langton, der Port-Dover-Maler Garry Walker sowie die Waterford-Töpferin Anneke Kazmierczak. Veranstalter ist das Lynnwood Arts Centre in Simcoe, das den Tour nach eigenem Bekunden zu seinem Flaggschiff-Format entwickelt hat.
Glas im Verbund der Disziplinen
Bemerkenswert aus unserer Perspektive: Unter den präsentierten Kunstformen nennt die Lynnwood-Direktorin Carole Aeschelmann ausdrücklich auch Glas – neben Keramik, Malerei und Metallarbeiten. Diese disziplinübergreifende Ausrichtung spiegelt einen Paradigmenwechsel, den die internationale Studioglas-Bewegung seit den 1960er Jahren vorangetrieben hat: die Auflösung der starren Grenze zwischen angewandter und freier Kunst, zwischen Werkstatt und Galerie. Wenn heute Glaskünstlerinnen und -künstler ihre Öfen und Werkbänke neben Töpferwerkstätten und Malerateliers zeigen, wird sichtbar, wie tiefgreifend sich die institutionelle Akzeptanz des Materials verändert hat. Die Veranstalter betonen, der Tour feiere die kreative Vielfalt des Landkreises und mache die Breite künstlerischer Praxis für ein breites Publikum erfahrbar.
Was Besucherinnen und Besucher wissen sollten
Wer den Norfolk Studio Tour für sich nutzen möchte, kann den Besuch vorab strukturieren: Das Lynnwood Arts Centre in der 21 Lynnwood Ave., Simcoe, bietet am 25. September zwischen 16 und 20 Uhr eine persönliche Beratung zur individuellen Routenplanung an. Eine Eröffnungsfeier findet bereits am 17. September von 17 bis 19 Uhr statt, bei der bereits Werke aller 26 Teilnehmenden zu sehen sind – Lynnwood erweitert dafür seine Öffnungszeiten über das Wochenende. Der Tour selbst ist kostenfrei zugänglich, und die Teilnehmenden können ihre Arbeiten vor Ort auch erwerben. Wer den Blick über Ontario hinaus weiten möchte, findet parallel Anschluss: Am gleichen Septemberwochenende eröffnet in South Orange, New Jersey, die Ausstellung „unveiled26" mit 69 Arbeiten als Vorschau auf den 23. Studio Tour SOMA (7. bis 8. November), an dem sich nach Angaben der Veranstalter mehr als 100 Kunstschaffende beteiligen. An der kalifornischen Küste läuft der 19. Artists Tour der Monterey-Region, und auf Vancouver Island kündigt die Victoria News mehr als 45 lokale Künstlerinnen und Künstler für den Saanich Peninsula Studio Tour an. Es bleibt zu beobachten, ob sich diese polyphonen Wochenenden als feste Größe im Jahreskalender der nordamerikanischen Kunstszene etablieren – und welche Rolle das Glas darin künftig spielen wird.