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Wie US-Hochschulen die Zukunft der Glaskunst durch institutionelle Förderung sichern

Die VCUarts in Richmond haben die Wellons Family Endowed Professorship in Glass Art eingerichtet – gestiftet von den Sammlern Florence Lee und Harry A.

Wie US-Hochschulen die Zukunft der Glaskunst durch institutionelle Förderung sichern

Wenn Institutionen in Glas investieren – drei Signale aus den USA

1969, irgendwo im Glühen eines Schmelzofens: Kent Ipsen gründete an der Virginia Commonwealth University das Glasprogramm, das als zweites Kunststudium in den Vereinigten Staaten heißes Glas ins Curriculum aufnahm. Was damals als einzelnes Projekt begann, ist heute ein institutionelles Fundament – und genau solche Fundamente sind es, die das zeitgenössische Studio­glas über Generationen tragen. Drei aktuelle Nachrichten aus den USA zeigen, wie unterschiedlich diese Stützen aussehen können: eine gestiftete Professur, ein Festival mit Jubiläen und eine Benefizveranstaltung im Mittleren Westen.

Eine Professur für die Formensprache des Glases

„Bert" Wellons. Betrachtet man die Entwicklung des Programms, wird nachvollziehbar, warum: Seit Jack Wax 1999 an die Hochschule kam, hat er das Curriculum konsequent ausgebaut, die Aufnahmeprüfung verschärft und das Programm für Graduierte geöffnet. Innerhalb von fünf Jahren stiegen die Bewerbungen für den Master auf 22. Die Anerkennung folgte. Wax' eigene Arbeit – traditionelles Blasen kombiniert mit Mixed-Media-Skulpturen und seiner charakteristischen Imbrication, einer Überlappungstechnik, die an Schuppen oder Dachziegel erinnert – steht exemplarisch für die Verbindung von Handwerk und künstlerischer Konzeption, die das Programm prägt. Eine gestiftete Professur, so die Sammlerin Florence Lee Wellons, sei dabei Ausdruck der Überzeugung, dass technisches Können und ästhetisches Erleben untrennbar seien. Für die Studioglas-Bewegung ist das ein starkes Signal: Institutionelle Akzeptanz entsteht nicht im luftleeren Raum, sondern dort, wo Sammler, Lehrende und Ausbildungseinrichtungen über Jahre hinweg an einem Strang ziehen.

Jubiläen und Gemeinschaft: Refract in Seattle

Vom 15. bis 18. Oktober 2026 kehrt das Refract Glass Art Festival nach Seattle und die Puget-Sound-Region zurück – diesmal mit besonderem Anlass: Das Seattle Glassblowing Studio feiert sein 35-jähriges Bestehen. Das Festival, das sich über zahlreiche offene Ateliers, Demonstrationen und Veranstaltungen erstreckt, ist längst mehr als ein regionales Ereignis. Es bündelt die Sichtbarkeit einer ganzen Szene. Die Eröffnungsveranstaltung GATHER findet am 15. Oktober im Chihuly Garden and Glass statt – einem Ort, der selbst für die institutionelle Verankerung von Glas als Kunstform steht. Wer die Szene beobachtet, weiß: Solche Festivals sind nicht nur Feiern, sondern auch Orte der Vernetzung, an denen sich zeigt, wie breit die Basis der Glasbewegung inzwischen aufgestellt ist.

Handwerk trifft Gemeinschaft: Hot Glass on Tap

Ebenfalls im Herbst 2026 veranstaltet Glass Art Kalamazoo in Michigan sein jährliches Hot Glass on Tap – mit Live-Blasauktionen und handgeblasenen Glaskürbissen zugunsten der eigenen Programme. Anders als die akademische Professur oder das große Festival ist dies die Basis der Bewegung: lokale Initiativen, die über direkte Begegnung – Handwerk vor Publikum, Unikat in der Hand – die Verbindung zwischen Künstlerin und Gemeinschaft pflegen. Betrachtet man diese drei Meldungen zusammen, ergibt sich ein Bild, das für die Studioglas-Bewegung insgesamt gilt: Die institutionelle Verankerung wächst, die community bleibt lebendig, und das Feuer – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne – brennt weiter.