Venice Glass Week 2026: Zehn Jahre Glaskunst zwischen Tradition und Moderne
September 2026 feiert die Venice Glass Week ihr zehnjähriges Bestehen — nach Angaben der Contemporary Glass Society mit über 200 Veranstaltungen, die sich über Venedig, Murano und Mestre verteilen.

Vom 12. bis 20. September 2026 feiert die Venice Glass Week ihr zehnjähriges Bestehen — nach Angaben der Contemporary Glass Society mit über 200 Veranstaltungen, die sich über Venedig, Murano und Mestre verteilen. Das Jubiläumsprogramm ist das umfangreichste der Festivalgeschichte und vereint Gruppenausstellungen, Installationen, Talks, Führungen und Workshops. Für die Glasszene markiert diese Ausgabe einen Moment, in dem sich der Diskurs um das zeitgenössische Glas an einem Ort verdichtet, der zwischen handwerklicher Tradition und künstlerischer Forschung seit jeher vermittelt.
Murano und das Observatorium
Bereits vor Festivalbeginn erscheint das Observatorium „The Venice Glass Week and the Murano Glass District" — eine Studie, die Banca Ifis, eine der Förderinnen des Festivals, in Auftrag gegeben hat. Sie analysiert Muranos aktuelle Rolle als Produktions- und Kulturdistrikt von internationaler Bedeutung und zieht zugleich Bilanz über die Wirkung des Festivals auf Stadt und Glassektor in dessen erster Dekade. Wir sehen hier den vergleichsweise seltenen Versuch einer Institution, ihre eigene Wirkungsgeschichte systematisch zu fassen — und damit auch die Voraussetzungen zu formulieren, unter denen die nächsten zehn Jahre gestaltet werden sollen.
Neue Häuser für die HUB-Ausstellungen
Erstmals wechselt die Spielstätte der HUB by Generali, die Künstlerinnen und Designer ab 35 Jahren gewidmet ist: Sie zieht in den Palazzo Morosini am Campo Santo Stefano und zeigt dort 50 Werke etablierter und mid-career-Schaffender aus aller Welt. Die HUB Under35, dem internationalen Nachwuchs gewidmet, bleibt institutionell verankert in der Fondazione Bevilacqua La Masa und wird in der Galleria di Piazza San Marco zu sehen sein. Betrachtet man die kuratorische Logik beider Häuser, so ergibt sich ein bewusstes Nebeneinander von Generationen — und eine räumliche Antwort auf die Frage, wie sich ein solches Format überhaupt noch erweitern lässt.
Licht, Markusplatz und Murano
Parallel öffnet am 13. September die vierte Ausgabe von „Murano Illumina il Mondo", eine Lichtinstallationsschau unter den Arkaden der Procuratie Vecchie am Markusplatz, die bis zum 1. November 2026 läuft. Unter den beteiligten Künstlerinnen und Designern finden sich Norman Foster, Cerith Wyn Evans, Bethan Laura Wood und Pierre Charpin, deren Arbeiten eigens für diesen venezianischen Schauplatz und in Zusammenarbeit mit renommierten Glaswerkstätten Muranos entstanden sind. Unter den britischen Beiträgen sind in diesem Jahr Elliot Walker auf Murano (Galeri Cam) und Rosie Stonham im Rahmen der Floating-Ausstellung am Giudecca Palanca in Venedig vertreten. Wer eine Reise plant, achtet auf die räumliche Streuung: Die Vaporetto-Verbindungen zwischen Murano, San Marco und Giudecca verdienen innerhalb der knapp neun Festivaltage eine eigene Logistik.