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Crystal Valley Week 2026: Böhmische Glaskunst trifft auf indigene Tradition

Wie dieSachsen.de berichtet, verwandelt sich die nordböhmische Stadt Liberec vom 24. bis 29.

Crystal Valley Week 2026: Böhmische Glaskunst trifft auf indigene Tradition

August 2026 zum fünften Mal in eine Großbühne des Glases: An 36 Standorten und mit über 80 Veranstaltungen öffnet dann die Crystal Valley Week unter dem Motto „Connecting Cultures – Kulturen verbinden" und unter der Schirmherrschaft der UNESCO. Für unsere Leserinnen und Leser, die das zeitgenössische Glas zwischen böhmischer Werktradition und internationaler Studioglasbewegung verorten, ist diese Ausgabe programmatisch besonders aufmerksamkeitswürdig – nicht zuletzt, weil sie eine Brücke schlägt, die wir auch im Umfeld Erwin Eischs als beständiges Leitmotiv kennen.

Begegnung, die kein Marketing ist

Was diese Crystal Valley Week von früheren Ausgaben unterscheidet, ist ein in dieser Form seltenes Zusammentreffen: Das Festival empfängt Vertreterinnen und Vertreter des brasilianischen Indigenenvolks Panará aus dem Amazonasgebiet. Für die Panará sind tschechische Glasperlen seit Generationen ein fester Bestandteil ihrer Schmuckkunst und rituellen Kleidung – ein Detail, das aufhorchen lässt, erzählt es doch von handwerklichen Verflechtungen, die weit über die üblichen Exportgeschichten hinausreichen. Von Dienstag bis Freitag werden die Gäste auf dem Platz Dr. E. Beneše traditionellen Perlenschmuck fertigen, Gesichtsbemalungen anbieten und mit Ritualtänzen, Gesang und Musik auftreten. Festivaldirektor Jan Šmíd hob laut Bericht die besondere Bedeutung dieses Besuchs hervor und sprach von einer Ehre, die diese Reise ins Crystal Valley für die Veranstalter bedeute. Wir sehen hier, wie sich die alte böhmische Perlenproduktion – man denke an Jablonec und das Isergebirge – in einem kulturellen Kontext spiegelt, der im aktuellen Ausstellungsdiskurs eher selten verhandelt wird.

Wo das Programm auch räumlich neue Wege geht

Parallel präsentieren mehr als hundert Künstlerinnen und Künstler, Designer, Glashütten und Schulen ihre Werke; namentlich genannt werden unter anderen Maxim Velčovský, Jiří Pačinek und der kanadisch-tschechische Glaskünstler Wesley Rasko. Erstmals beteiligt sich das renovierte Areal Lidové sady mit der Ausstellung „Flowers and Glass" und begleitenden Floristik-Workshops. Eine historische Straßenbahn, in diesem Jahr von der Glashütte Jílek gestaltet, fährt als Crystal Tram durch die Stadt, und der Crystal Valley Express bringt Besucherinnen und Besucher kostenlos ins Glasmacherzentrum Vratislavice nad Nisou – dort zeigt das Atelier Evans seine Schmelztechniken und enthüllt eine restaurierte Kirchenleuchte aus dem Jahr 1841. Den Abschluss bildet am Sonnabend die multimediale Modeschau unter dem Titel „Connecting Cultures – The Show".

Was die Reise wert sein kann

Betrachtet man die Programmdichte, so lohnt sich für glasinteressierte Reisende ein genauer Blick in die kommenden Wochen: Die Kombination aus lebendiger Werkstatt, musealen Schätzen und einem seltenen interkulturellen Dialogformat macht die Crystal Valley Week 2026 zu einem Termin, der die Reise nach Nordböhmen auch für jene rechtfertigt, die das Crystal Valley bislang vor allem mit der industriellen Glasgeschichte verbunden haben. Der weitaus größte Teil des Programms ist kostenlos zugänglich – eine Geste, die für die Vermittlungsarbeit wichtiger ist, als sie auf den ersten Blick wirkt. Wer die Gelegenheit hat, sollte den Besuch der Panará-Delegation und die Enthüllung der Leuchte von 1841 fest in die eigene Planung einbeziehen.