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Neue Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte: Was ab jetzt in der EU gilt

Laut t3n greift seit Sonntag in der EU eine neue Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Bilder, Videos und Texte.

Neue Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte: Was ab jetzt in der EU gilt

Was als Transparenzoffensive verkauft wird, ist bei näherer Betrachtung vor allem eines: ein Etikett auf einer Entwicklung, die in der Glas-Szene längst ihren Gang nimmt – die schleichende Substitution des Werks durch seine digitale Simulation.

Was die Regel konkret verlangt

Seit dem 2. August 2026 gelten die Vorgaben des AI Acts der Europäischen Union. Kennzeichnungspflichtig sind Inhalte, die einem professionellen Zweck dienen: Online-Werbung, gedruckte Plakate, Beiträge von Influencer:innen, die mit ihrem Content Geld verdienen. Private Profile bleiben außen vor, sofern keine kommerzielle Verwertung stattfindet. Die technische Verantwortung für die Markierung liegt bei den Anbietern – OpenAI, Google, Meta –, nicht bei den Endnutzer:innen im privaten Raum. Im Zentrum der Regelung steht der Schutz vor Deepfakes; die EU sieht die Risiken laut ZDF Heute besonders im politischen Bereich und im Verbraucherschutz.

Warum das die Glas-Szene unmittelbar betrifft

Galerien, Auktionshäuser und Künstler-Portfolios arbeiten zunehmend mit KI-generierten oder KI-manipulierten Visualisierungen. Ein perfekt inszeniertes Glasobjekt, das nie existiert hat, ist heute mit wenigen Klicks produziert – formal glatt, konzeptionell leer. Die EU adressiert hier, so muss man es leider formulieren, das Symptom, nicht die Krankheit. Die eigentliche Gefahr liegt nicht im plumpen Deepfake, sondern in der Normalisierung epigonaler KI-Imitate. Ein Bild, das korrekt mit „KI-generiert" etikettiert ist, bleibt ästhetisch oft nicht weniger verführerisch – und keine noch so präzise Kennzeichnung kompensiert das Fehlen konzeptioneller Tiefe. Formale Strenge lässt sich nicht verordnen. Materialgerechtigkeit beginnt lange vor dem Etikett.

Worauf zu achten ist

Wer professionell publiziert – auf der eigenen Website, im Galeriekatalog oder auf Social Media –, sollte jetzt prüfen, welche Bilder und Videos unter die neuen Vorgaben fallen. Besonders Dokumentationsfotografie, die mit KI-Tools nachbearbeitet wurde, kann kennzeichnungspflichtig werden. Laut dem EU-Leitfaden, den ZDF Heute aufgreift, sollen Videos direkt zu Beginn markiert werden, dauerhaft eingeblendet oder in regelmäßigen Abständen erscheinend. Wer auf der sicheren Seite sein will, hält die Markierung durchgehend sichtbar.

Die eigentliche Aufgabe bleibt indessen eine kritischere: Man muss hinterfragen, ob die neue Pflicht nicht vor allem jene zur Disziplin zwingt, die ohnehin mit Materialechtheit und handwerklicher Substanz arbeiten – während die Kitschgefahr jenseits jedes Labels munter weiter wuchert. Für die Glas-Szene heißt das: mehr denn je auf das Original blicken, weniger auf seine pixelige Verdoppelung.