SICHTBAR: 28 Glaskünstler aus NRW zeigen ihre Werke im Museum Frauenau
Wie der Blog Manuela Mordhorst als Ausstellungstipp vermeldet, präsentiert die Glaskünstlervereinigung NRW e.V.

Wenn 28 Stimmen gemeinsam sichtbar werden
derzeit im Glasmuseum Frauenau ihre Sonderausstellung "SICHTBAR" – und eine Zahl prägt von Beginn an den Charakter der Schau: 28 Künstlerinnen und Künstler aus Nordrhein-Westfalen treten dort gemeinsam auf. Wir sehen hier mehr als eine bloße Werkschau: Es ist eine kollektive Standortbestimmung im aktuellen Diskurs um institutionelle Akzeptanz und Sichtbarkeit der Glaskunst jenseits reiner Marktformate. Der programmatische Titel macht deutlich, worum es den Beteiligten geht – um Sichtbarkeit als kulturelles Anliegen einer ganzen Region.
Was die Ausstellung zusammenführt
Die Schau vereint ein breites Spektrum an Handschriften und Generationen – von Michael Behrens und Brigitte Böckmann-Jennen über Reiner Eul, Helga Feuser-Strasdas und Wilfried Grootens bis hin zu Lea Dievenow, Dongmin Lee, Korbinian Stöckle, Carolin Zibulka und Martina Zilles, um nur einen Ausschnitt der 28 Beteiligten zu nennen. Nach Auskunft des Glasmuseums reichen die Exponate von filigranen Objekten bis zu ausdrucksstarken Skulpturen und loten handwerkliche Präzision, künstlerische Kreativität und Innovationskraft im Umgang mit dem Material aus. Vier Kategorien stehen dabei im Zentrum: Material, Form, Licht und Farbe – jene Parameter, an denen sich jeder ernsthafte Diskurs über zeitgenössische Glaskunst entzündet. Dass die Schau ausgerechnet in Frauenau Station macht, verleiht ihr zusätzliches Gewicht: Das Haus gilt seit Langem als Knotenpunkt für die deutsche und europäische Glas Szene und bietet der NRW-Vereinigung einen angemessenen Rahmen.
Eine lohnende Ergänzung im Norden
Wer in diesem Sommer ohnehin plant, die deutsche Glaslandschaft zu bereisen, findet in Geesthacht eine zweite Station mit deutlich anderer Tönung. Wie die Stadt Geesthacht ankündigt, zeigt das dortige GeesthachtMuseum! ab Donnerstag, dem 20. August 2026, bis zum 12. September die Gemeinschaftsausstellung "Holz, Steine, Scherben" mit drei Künstlern über 75 Jahren – Holm Lilie, Helmut Hinrichsen und Hinnerk Frahm. Unter dem Motto "Solange wir suchen, leben wir" verbindet die Schau Glaskunst mit Metall, Holz und Stein. Zu erwarten sind transparente Lichtspiele in den Werken des bekannten Geesthachter Glaskünstlers Holm Lilie, in Szene gesetzte Alltagsobjekte und Erfahrungen von Hinnerk Frahm sowie spannungsreiche Skulpturen von Helmut Hinrichsen. Die Vernissage beginnt am 20. August um 18 Uhr, am 29. August laden die Künstler im Rahmen der Kulturnacht zu einem offenen Workshop ein, und die Finissage am 12. September ab 14 Uhr beschließt die Ausstellung bei freiem Eintritt – ein Format, das in seiner niedrigschwelligen Zugänglichkeit einen bewussten Kontrapunkt zur kuratorisch verdichteten Gruppenschau im Bayerischen Wald setzt.