Meldung

Online-Diskussion: Einblicke in die Glaskunst beim Glass JAM 2026

Die Hochschule für Bildende Künste und Design in Bratislava (VŠVU) veranstaltet eine öffentliche Online-Diskussion mit den Teilnehmern des Glassymposiums „Glass JAM 2026".

Online-Diskussion: Einblicke in die Glaskunst beim Glass JAM 2026

Online-Diskussion mit den Künstlern von Glass JAM 2026

Vorgestellt werden die Arbeiten und Arbeitsansätze von Palo Macho, Wanda Solík Valihrachová, Mila Zila sowie dem Glastechnologen Jaroslav Švácha. Für Praktiker im Glashütten- und Designbereich ein relevanter Termin: Die Runde verspricht Einblick in aktuelle Herangehensweisen an Materialverhalten, Werkstoffgrenzen und die Übergänge zwischen traditionellem Handwerk und zeitgenössischer Glasarbeit.

Teilnehmer und Moderation

Diskutiert wird unter Moderation von Prof. PhDr. Peter Michalovič, PhD., slowakischer Philosoph und Ästhetiker mit Schwerpunkt Kunsttheorie und visuelle Kultur, sowie dem tschechischen Journalisten und Übersetzer Josef Rauvolf. Beide Gäste kommen aus dem akademischen bzw. kulturpublizistischen Umfeld und bringen damit den analytischen Rahmen mit, der für eine fundierte Auseinandersetzung mit Materialfragen nötig ist. Besonders die Beteiligung des Glastechnologen Jaroslav Švácha ist hier von Interesse: Fachleute mit technologischem Hintergrund in einer Künstlerdiskussion sorgen erfahrungsgemäß dafür, dass neben ästhetischen Positionen auch Prozessparameter, Kühlzyklen und Ofenführung nicht unter den Tisch fallen.

Themenschwerpunkte: Tradition versus Innovation

Drei Kernfragen strukturieren den Abend. Erstens: Welchen Platz nimmt Glas in der zeitgenössischen Kunst ein? Zweitens: Wo verlaufen aktuell die Grenzen zwischen freier Kunst, Design und handwerklicher Tradition? Drittens: Welche Rolle spielt das überlieferte Handwerkswissen in einem Umfeld ständiger technologischer Neuerung? Gerade die dritte Frage ist werkstofflich zentral. Die Transformationstemperatur von Kalk-Natron-Glas liegt bei rund 570 °C, bei Bleiglas deutlich darunter. Traditionelle Kühlprofile sind an diese Werte gebunden – jede Abweichung in der Praxis erfordert exakte Anpassung der Entspannungskurve. Die Diskussion könnte Aufschluss darüber geben, wie aktuelle Studio-Künstler mit diesen physikalischen Randbedingungen umgehen, ohne das handwerkliche Fundament aufzugeben.

Relevanz für die Praxis

Die Veranstaltung richtet sich sowohl an Glaspraktiker als auch an ein breiteres Publikum. Ein offener Austausch mit Fragenrunde ist vorgesehen. Wer sich für die Schnittstellen zwischen traditionellem Handwerk und moderner Ästhetik im Glashüttenbereich interessiert, findet hier konkrete Gesprächsansätze – nicht in Form abstrakter Manifeste, sondern anhand konkreter Werkstücke und Herstellungsansätze der beteiligten Künstler. Die VŠVU hat in den vergangigen Jahren wiederholt gezeigt, dass sie solche Formate ernsthaft als Wissenstransfer zwischen Studio und Werkstatt versteht.